Ein russischer Soldat in der Nähe des Flusses Dnipro. (Archivfoto) © IMAGO/Andrei RubtsovEin russischer Soldat in der Nähe des Flusses Dnipro. (Archivfoto) © IMAGO/Andrei Rubtsov

Das russische Verteidigungsministerium hat Berichten von Militärbloggern zufolge zwei seiner Kommandeure im Ukraine-Krieg entlassen, nachdem es ihnen nicht gelungen war, verlorene Gebiete aus der ukrainischen Gegenoffensive aus dem Sommer und Herbst 2023 zurückzuerobern. Die beiden Führungskräfte sollen unter anderem vergeblich versucht haben, bedrohliche Stützpunkte der Ukraine am östlichen Ufer des Dnjepr in der Region Cherson zu zerstören und die ukrainischen Streitkräfte zurückzudrängen. Die Berichte können nicht unabhängig bestätigt werden.

Zunächst hatte die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) über die Entlassungen berichtet. Dabei soll es sich zum einen um den Generalleutnant Arkadi Marzoev handeln, Kommandeur der 18. russischen Armee mit kombinierten Waffen, die in der Nähe von Krynky im Gebiet Cherson kämpft, sowie zum anderen um den Kommandeur des 70. motorisierten Schützenregiments, das in der Nähe von Robotyne, Gebiet Saporischschja, stationiert ist. Der zweite Kommandeur wurde von den russischen Militärbloggern nicht namentlich genannt.

Frust nach Cherson-Pleite offenbar groß: Putin soll gleich mehrere Kommandanten gefeuert haben

Nach Angaben des ISW sei es schwierig, die Nachrichten, die am 13. und 14. April verbreitet wurden, zu verifizieren. Fakt ist, dass die ukrainischen Streitkräfte im November 2023 tatsächlich mehrere strategisch bedeutsame Brückenköpfe im Osten der Oblast Cherson errichtet hatten und nicht zurückgedrängt werden konnten. Für die Ukraine bedeuteten die neuen Stützpunkte einen Schritt näher zur Rückeroberung der von Russland annektierten Halbinsel Krim.

Soldaten „des 70. motorisierten Schützenregiments führen seit September 2023 regelmäßig Gegenangriffe durch, um Territorium in und um Robotyne zurückzuerobern, und haben dabei erhebliche Verluste erlitten“, heißt es in der Analyse des ISW weiter. Beiden russischen Regimenten ist es demnach nicht gelungen, das gesamte Territorium in den Oblasten Saporischschja und Cherson zurückzuerobern, das durch die ukrainischen Offensiven eingenommen worden waren.

Cherson im Süden der Ukraine stark umkämpft – neue russische Kommandeure sollen lang ersehnte Siege bringen

Das ISW vermutet, dass das russische Verteidigungsministerium seinem Land einen glaubwürdigen Erfolg aus dem Gebiet in der Ukraine versichern will und daher die Kommandanten entlassen hat. Es sei naheliegend, dass sich mit neuen Führungskräften auch neue Eroberungen in den Gebieten rund um Robotyne und Krynky erhofft werden.

Der Süden der Ukraine bleibt weiterhin stark umkämpft. Russischen Streitkräften gelang es kürzlich in die Nähe des von der Ukraine besetzten Brückenkopfes im Osten von Cherson vorzurücken. Gleichzeitig sollen in der Region Cherson vermehrt russische Soldaten desertiert sein. (nz//FR)

 

Von UKIN

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